Deutschrocker mit Herz

Dienstag, Februar 28, 2006

Komedia

Hallo alle miteinander die ihr auf immer wieder oder auch zum ersten Mal in diesen Block/g verirrt. Ich denke es ist wieder einmal an der Zeit ein wenig meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und über meinen Aufenthalt in England zu berichten, der ja mittlerweile immerhin schon beinahe eine Woche andauert.

Doch wo fang ich da am Besten an? Es gibt doch soviel erstaunliches über das Land am anderen Ufer zu berichten.

Wo ich gerade beim Thema „anderes Ufer“ bin kann ich auch gleich mit diesem Thema beginnen. Brighton soll angeblich die Lesben- und Schwulenhochburg Englands sein, aber irgendwie hab ich davon noch nichts mitbekommen. Das letzte Homosexuelle Pärchen, dass ich in der Öffentlichkeit auch als solches erkennen konnte habe ich am Köln-Bonner Flughafen gesehen.

Mein einziger Kontakt mit diesem Thema fand hier daher in einer Show im „Komedia“ statt, wo einer der Komiker auf die angebliche 20% Quote von homosexuellen Männern in Brighton zu sprechen kam. Insgesamt eine sehr unterhaltsame Show bei der ich mich immer wieder gewundert habe wie gut ich den Akteuren, trotz mangelhafter Englischkenntnisse und britischem Akzent, folgen konnte. Daher kann ich einem und einer jeden nur einen Besuch dieser Show (Sonntag Abends um 20:00 Uhr Kostenpunkt 5 Pfund) empfehlen.

Allerdings gibt es hierzu auch noch eine Warnung auszusprechen und zwar sollte man unbedingt die Plätze direkt vor der Bühne meiden, wenn man nicht mit ins Geschehen integriert werden möchte.

Donnerstag, Februar 23, 2006

Welcome to England!

Nachdem ich in meinem letzten “Post” noch ueber die negativen Folgen von Semesterferien klagte ist es nun an der Zeit deren positive Eigenschaften hervorzuheben, denn dadurch, dass es keine Presenzzeiten gibt hat Mann und Frau auch, solange ausreichend Geld und Lust vorhanden ist, Zeit zum Reisen.

An dieser Stelle wird sich der eine oder die andere vermutlich denken “der hat gut reden! Ich hab keine Zeit, ich muss lernen!”, aber ich bin der festen Ueberzeugung, dass jede und jeder ausreichend Freiraueme im Studium hat um verreisen zu koennen.
Man muss eben nur wollen!
Aber zurueck zum Thema. Auch ich bin gerade dabei diese positive der “Ferien” auszunutzen und so hiess es fuer mich am vergangenen Dienstag “Adieu Deutschland!” und “Welcome to England!”.

Hier besuche ich die liebe Cornelia, welche zur Zeit ein Auslandssemester in Brighton verbringt.

Brighton ist ein Seebad im Sueden des Landes und unterscheidet sich in einer ganz entscheidenden Sache kein Stueck vom Rest des Landes: Beim Wetter.

Seitdem ich hier vorgestern gelandet bin ist es hier quasi durchgehend am fisseln, die einzige Ausnahme stellte bis jetzt der heutige Morgen da, denn da wurde aus Regen Schneeregen.

Abgesehen vom Wetter gefaellt es mir hier jedoch bis jetzt sehr gut. Nur die frische Seeluft verursacht bei mir eine permanente Muedigkeit.

Doch auch von der habe ich mich am gestrigen Mittwoch nicht davon abhalten lassen und bin Froehlich in den Bus gesprungen um mir Brighton mal aus naechster Naehe und bei Tage anzugucken.

Ich muss wirklich sagen, Brighton ist ein sehr nettes Staedtchen und im Grunde auch nicht viel anders als man sich eben eine englische Stadt an der Kueste vorstellt. Wer hier genauere Infos haben moechte soll mich doch bitte anschreiben, dann kann ich ihm/ihr gerne ein paar Fotos zukommen lassen. Die Welt der Digitalcameras machts moeglich!

Heute darf ich meinen Tag, oder zumindest 3 Stunden des Tages, im Comupterraum des “University of Sussex” verbringen, waehrend Conny nebenan am Webdesignen ist.

Wenn ich diese Raemlichkeiten mal mit denen an meiner Heimatuniversitaet in Marburg verbinde kann ich schon gruen vor Neid werden, denn soviele PCs wie hier in einem Raum stehen hat die gesamte Uni in Marburg nicht, ganz abgesehen von der Ausstattung der Selbigen. Was mir im Grunde aber eigentlich auch egal sein sollte, denn wofuer brauche ich bitte in der Uni X PCs und super Fotobearbeitungsprogramme? Im Grunde reicht doch Internet + Bibleworks!

Im Anschluss an diesen harten Arbeitstag wird dann heute Abend die hiesige Partyszene in Augenschein genommen und der Geburtstag der lieben Tam gefeiert.

Ich bin schon sehr gespannt.

Das Semesterferien

Es ist einmal wieder soweit. Es sind Semesterferien. Für mich haben sie am vergangenen Freitag um ziemlich genau 11:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit, unmittelbar nach meiner Bibelkundeprüfung begonnen und jetzt heißt es 8 Wochen lang keine Vorlesungen, keine Seminare, keine Übungen und vor allem keine Sprachkurse.

Doch der Begriff „Semesterferien“ wird sich auch dieses mal wieder als euphemistischer Ausdruck herausstellen, denn diese Semesterferien werden von einer Hausarbeit und Alt-Griechisch überschattet. Haben in Folge dessen also viel mehr mit dem Semester, als mit Ferien zu tun.

Mein Griechischlehrer würde an dieser Stelle wohl davon sprechen, dass dieses Wort eben nicht endbetont sein kann, sondern der Akzent müsste auf der ersten Silbe/dem ersten Teil liegen.

Im Deutschen ist es so, dass sich der Artikel bei zusammengesetzten Wörtern immer nach dem zweiten Teil richtet, jedoch bin ich der Meinung, dass eben genau dieser Umstand bei dem Wort Semesterferien zur weiteren Irreführung des Hörers oder der Hörerin führt. Meiner Meinung nach müsste es daher viel eher „das Semesterferien“, anstelle von „die Semesterferien“ heißen.

Doch egal ob es nun das oder die Semesterferien heißt, an ihrem Verlauf wird sich dadurch vermutlich nichts ändern und daher harre ich ihr aus in Erwartung der Dinge die da kommen.

Samstag, Februar 04, 2006

Burschifrauen

Heute wurde ich wieder mal mit einem Phänomen konfrontiert das eigentlich, so wie die Dinosaurier längst hätte ausgestorben sein müssen, den Burschenschaftern, (man beachte die korrekte Schreibweise ohne L) von mir im folgenden liebevoll „Burschis“ genannt.

Um genau zu sein hatte ich es sogar mit einer ganz besonderen Untergruppe dieser Spezies zu tun und zwar den „Deutschen Burschenschaften“, dem rechten Flügel der Burschenschaften. Sie unterscheidet sich in sofern von ihren Artgenossen, als dass sie schon zur Zeit ihrer Gründung nicht mehr zeitgemäß waren und es vermutlich auch davor nie gewesen wären. Wo man hingegen den „normalen“ Verbindungen und Turnerschaften und was es da sonst noch alles gibt, wenigstens zugestehen kann, dass sie damals ein Stück weit progressiv gewesen sein könnten, jedoch ist auch das schon über 150 Jahre her und viel hat sich bei ihnen seitdem nicht geändert.

Doch nicht nur in diesem Punkt erinnern sie sehr stark an die röm.-kath. Kirche. Denn es gibt da noch eine ungewollte Gemeinsamkeit. Sie leiden unter massiven Nachwuchsproblemen.

Jetzt könnte ich an dieser Stelle eine Theorie aufstellen in wieweit dies direkt oder indirekt mit dem Ausschluss von Frauen bei beiden Gruppierungen zusammenhängt, aber ich möchte mich doch lieber darauf beschränken zu sagen, dass die Diskriminierung von Frauen nur einer der unsäglichen Missstände ist die mich zu der eigentlichen Frage dieses Eintrags gebracht haben:
Warum finden diese Sexisten auch heute noch Frauen für die Fortpflanzung?

Ich mein früher wäre dies vielleicht noch verständlich gewesen, da durften Frauen in der Regel eh keine gute Ausbildung genießen und ihr Tätigkeitsfeld beschränkte sich fast wie selbstverständlich auf den „heimischen Bereich“, also auf gut Deutsch auf das Heranziehen des Nachwuchs und das putzen des Hauses. Da ist es vielleicht noch nachvollziehbar, dass diese geleckten Affen zur bevorzugten Beute junger Frauen gehörten.

Heute aber leben wir im 21. Jhd. und zumindest laut Grundgesetz sind bei uns Mann und Frau gleichberechtigt.

Was treibt also eine Frau, die zumindest theoretisch all das erreichen kann, was ein Mann erreichen kann in die Fänge dieser patriarchalen Strukturen und lässt sie somit automatisch einen Teil zum Fortbestand dieser unmenschlichen Erscheinung beisteuern?

Auf diese Frage habe ich bis heute noch keine befriedigende Antwort gefunden. Ich weiß nur, dass diese Erscheinung mir immer wieder deutlich vor Augen führt wie weit wir noch von einer gleichberechtigten Gesellschaft entfernt sind.

Denn eins steht fest: In einer emanzipierten Welt ist kein Platz für Burschis.

Also muss unser Kampf weitergehen, auf den Straßen und in den Häusern, ganz nach dem Motto:
Macht kaputt was euch kaputt macht!

Mittwoch, Februar 01, 2006

Von guten Mächten

Zum Gedenken an Dietrich Bonhoeffer, der heute 100 Jahre alt geworden wäre.

Von guten Mächten wunderbar geborgen

erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen,

und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Von guten Mächten treu und still umgeben

behütet und getröstet wunderbar, -

so will ich diese Tage mit euch leben

und mit euch gehen in ein neues Jahr;

noch will das alte unsre Herzen quälen,

noch drückt uns böser Tage schwere Last,

Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen

das Heil, für das Du uns geschaffen hast.

Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern,

des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,

so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern

aus Deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken

an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,

dann woll´n wir des Vergangenen gedenken,

und dann gehört Dir unser Leben ganz.

Laß warm und hell die Kerzen heute flammen,

die Du in unsre Dunkelheit gebracht,

führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen!

Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,

so laß uns hören jenen vollen Klang

der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,

all Deiner Kinder hohen Lobgesang.

Dietrich Bonhoeffer