Burschifrauen
Heute wurde ich wieder mal mit einem Phänomen konfrontiert das eigentlich, so wie die Dinosaurier längst hätte ausgestorben sein müssen, den Burschenschaftern, (man beachte die korrekte Schreibweise ohne L) von mir im folgenden liebevoll „Burschis“ genannt.
Um genau zu sein hatte ich es sogar mit einer ganz besonderen Untergruppe dieser Spezies zu tun und zwar den „Deutschen Burschenschaften“, dem rechten Flügel der Burschenschaften. Sie unterscheidet sich in sofern von ihren Artgenossen, als dass sie schon zur Zeit ihrer Gründung nicht mehr zeitgemäß waren und es vermutlich auch davor nie gewesen wären. Wo man hingegen den „normalen“ Verbindungen und Turnerschaften und was es da sonst noch alles gibt, wenigstens zugestehen kann, dass sie damals ein Stück weit progressiv gewesen sein könnten, jedoch ist auch das schon über 150 Jahre her und viel hat sich bei ihnen seitdem nicht geändert.
Doch nicht nur in diesem Punkt erinnern sie sehr stark an die röm.-kath. Kirche. Denn es gibt da noch eine ungewollte Gemeinsamkeit. Sie leiden unter massiven Nachwuchsproblemen.
Jetzt könnte ich an dieser Stelle eine Theorie aufstellen in wieweit dies direkt oder indirekt mit dem Ausschluss von Frauen bei beiden Gruppierungen zusammenhängt, aber ich möchte mich doch lieber darauf beschränken zu sagen, dass die Diskriminierung von Frauen nur einer der unsäglichen Missstände ist die mich zu der eigentlichen Frage dieses Eintrags gebracht haben:
Warum finden diese Sexisten auch heute noch Frauen für die Fortpflanzung?
Ich mein früher wäre dies vielleicht noch verständlich gewesen, da durften Frauen in der Regel eh keine gute Ausbildung genießen und ihr Tätigkeitsfeld beschränkte sich fast wie selbstverständlich auf den „heimischen Bereich“, also auf gut Deutsch auf das Heranziehen des Nachwuchs und das putzen des Hauses. Da ist es vielleicht noch nachvollziehbar, dass diese geleckten Affen zur bevorzugten Beute junger Frauen gehörten.
Heute aber leben wir im 21. Jhd. und zumindest laut Grundgesetz sind bei uns Mann und Frau gleichberechtigt.
Was treibt also eine Frau, die zumindest theoretisch all das erreichen kann, was ein Mann erreichen kann in die Fänge dieser patriarchalen Strukturen und lässt sie somit automatisch einen Teil zum Fortbestand dieser unmenschlichen Erscheinung beisteuern?
Auf diese Frage habe ich bis heute noch keine befriedigende Antwort gefunden. Ich weiß nur, dass diese Erscheinung mir immer wieder deutlich vor Augen führt wie weit wir noch von einer gleichberechtigten Gesellschaft entfernt sind.
Denn eins steht fest: In einer emanzipierten Welt ist kein Platz für Burschis.
Also muss unser Kampf weitergehen, auf den Straßen und in den Häusern, ganz nach dem Motto:Macht kaputt was euch kaputt macht!


10 Comments:
Burschis sind sexy - langhaarige Langzeitstudis müssen in den Puff! Die Welt ist halt ungerecht...
ach nee. also kämpfen...das sind sie nun wirklich nicht wert.
"[...] jedoch ist auch das schon über 150 Jahre her und viel hat sich bei ihnen seitdem nicht geändert. Doch nicht nur in diesem Punkt erinnern sie sehr stark an die röm.-kath. Kirche."
öhm...was ist mit dem 2. vatikanischen konzil???
lg*pe
Burschenschafter sind für gewöhnlich überdurchschnittlich erfolgreich im Leben und Beruf - damit finanzieren sie letztendlich über Steuern und Sozialversicherungsbeiträge unsere Gesellschaft. Die Frage ist also, wer eigentlich wen kaputt macht? Kämpft mal schön gegen Windmühlen, Ihr Pflaumen. Und wenn Ihr alle in Eurer tollen "emanzipierten" Welt lebt, könnt Ihr die leeren Brotkörbe sozial gerecht untereinander aufteilen...
hey, da is´ was dran - könnte mir vorstellen, dass Frauen - Männer genauso - eher auf erfolgreiche Typen, als aus selbstmitleidige, verarmte Sozialisten stehen!!!
um deine frage zu beantworten:
diese sexisten finden auch heute noch frauen fuer die fortpflanzung, da diese frauen untern den gleichen partiarchalen erziehungsmustern aufgewachsen sind, wie die burschis, die diese sichtweise aller wahrscheinlichkeit nach auch an die kommenden generationen weitergeben werden. emanzipation kommt vom lateinischen emancipare -> in die eigenstaendigkeit entlassen. wer nicht entlassen wird, der bleibt...
Genau, diese Militaristen gehören ausgerottet....der Mensch muss den Burschi zerstören...mit allen Mitteln!!
denn wie der Autor schrieb:
"In einer emanzipierten Welt ist kein Platz für Burschis." (Weil kein Mensch, wohl eher Untermensch)
und deshalb:
"muss unser Kampf weitergehen, auf den Straßen und in den Häusern, ganz nach dem Motto:
Macht kaputt was euch kaputt macht!"
Jawohl Herr Obersturmb.... zu Befehl!
Jetzt mal ehrlich, fallen Dir in Deiner Argumentation u. Forderungen nicht leiche Parallelen auf, zu denen die Du bekämpfen willst?!
....ne ne die Deutschen sind schon etwas strange...
Ich bin Burschenschafter (mittlerweile Alter Herr), und meine Freundin ist wie ich voll berufstätig - und? Was hat meine Verbindungszugehörigkeit mit ihrer Karriere zu tun?
Es scheint, als müßte der Autor von "Burschifrauen" mal ein bißchen die reale Welt anschauen, und rauskommen aus seinem Elfenbeinturm...
Noch interessanter ist eigentlich, alle Burschifrauen die ich kenne, einschließlich meiner eigenen, sind intelligente, selbstbewusste und erfolgreiche Frauen denen es sicher nicht an Emanzipation fehlt. Ich glaube wir Burschis sind wohl, auch wenn ihr es nicht wahr haben wollt, weiter als Menschen wie du, welche einfach ohne Hintergrundwissen Menschen pauschal verurteilen.
Wohlhabende, gutgekleidete und erfolgreiche Männer mit stabilen sozialen Netzwerken sind einfach attraktiver als zottelige, vermiefte Dauerstudenten mit Neidkomplex.
Ich musste gerade an ein bestimmtes Wochenende in Bonn denken... manchmal findet man sich in etwas ungewohnter Umgebung wieder.
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