Was ist heute bloß passiert?
Was ist heute bloß passiert?
Wir schreiben heute Montag den 30.01.2006. Es war ein wunderschöner Tag.
Die Sonne schien, man musste ausnahmsweise mal nicht fürchterlich frieren und weit und breit war kein Wölkchen am Himmel zu sehen.
Doch was ist bloß mit diesem Tag passiert?
Er ging viel zu schnell vorbei, denn mittlerweile ist es stockfinster draußen, bibberkalt und das schlimmste ist: Ich weiß nicht was ich mit diesem wundervollen Tag angestellt habe.
Gut, ich war von 16-18 Uhr in meinem Proseminar Altes Testament, aber sonst?
Und auch dieses Seminar war heute so langweilig und sinnlos wie es sich anhört.
Der Dozentin kann man hier keinen Vorwurf machen, denn was soll man schon aus einem Thema wie „Redaktionsgeschichte“ großartig anfangen?
Eben – nichts. Und so fügten sich diese beiden Stunden nahtlos in die Gesamterscheinung dieses Tages ein.
Es brachte mir gar nichts, außer einem riesen Berg an Hausaufgaben für die nächste Sitzung. Als hätte man nicht schon genug um die Ohren!
Aber ich gleite schon wieder vom eigentlichen Thema dieses Textes ab – dem nichts dieses Tages.
Also zurück zum Thema.
Ich hätte heute soviel machen können, ich hätte früh aufstehen und lernen oder zumindest das schöne Wetter genießen können oder vielleicht sogar beides? Aber was habe ich getan?
Richtig – nichts.
Ich bin irgendwann aufgestanden, hab ein paar wichtige Mails geschrieben und bekommen und habe denn erstmal wieder eine weile nichts getan, bevor ich dann mein Mittagessen gekocht habe, um anschließend noch eine Weile nichts wirklich produktives zu tun. Dann war es auf einmal schon 16 Uhr und ich saß in dem bereits geschriebenen Seminar.
Wobei, wenn ich jetzt mal richtig überlege ist das eigentlich alles schon "etwas" das ich getan habe und gar nicht mehr nichts. Wie kommt es also, dass ich mich so fühle als ob ich gar nichts getan hätte?
Ich glaube folgende Liedzeile beschreibt und begründet diese Situation ganz gut: "Wir müssen nur wollen!"
Ich hätte eingentlich heute viel mehr wollen müssen, doch "wenn ich könnte wie wollte, würde ich gar nicht wollen." Und so bleibt mir wohl nichts anderes übrig als weiterhin in diesem Zwiespalt zwischen "wollen" und "müssen wollen" weiter zu leben.

