Leserbrief für Artikel im IKZ vom 19.03.'07 zur Veranstaltung am Woeste-Gymnasium
„Hochkarätigen Besuch erwartet morgen das Leopold-Woeste-Gymnasium in Hemer“ so leitete der IKZ einen Artikel am 19.03.2007 zur „Informationsveranstaltung“ des Woeste-Gymnasiums zum Thema Studienkredite ein. Zwar dürfen sich die eingeladenen Diskutanten, auf das -innen kann hier getrost verzichtet werden, denn es wurde ausschließlich Männer auf das Podium geladen, alle mit irgendwelchen Titeln schmücken, leider scheint die Leitung der Schule jedoch vergessen zu haben, auf die Ausgewogenheit zu achten. Dabei sind unterschiedliche Meinungen für eine rege Diskussion, die sich der Rektor der Schule angeblich wünscht, eigentlich die beste Ausgangssituation. Es sitzen aber ausschließlich Befürworter der Landespolitik auf dem Podium. So durfte Innovationsminister Pinkwart seinen Staatssekretär schicken und die NRW-Bank wird gleich zwei Diskutanten vertreten. Die NRW-Bank ist jene Bank, die sich in Zukunft durch Kredite die mit bis zu 5,9% verzinst werden, an den Studierenden dumm und dämlich verdienen wird. Von den anderen drei Personen ist hier auch keine grundlegend andere Position zu erwarten. Ulrich Freitag ist Leiter des BiTS und ist selbstverständlich auch ein Freund von Studiengebühren, genauso wie sein Kollege von der FH Südwestfalen, der davon erzählen möchte was alles mit Studiengebühren möglich ist. Nachdem nun bereits fünf Befürworter auf dem Podium sitzen ist nicht davon auszugehen, dass gerade der Leiter des Woeste-Gymnasiums und damit der Initiator dieser Veranstaltung, eine andere Position vertreten wird.
Eine Vertretung Studierenden oder Sachverständige mit einer kritischen Position zum Thema Studienkredite und -gebühren sucht mensch hingegen vergeblich.
Die Veranstaltung sollte also viel mehr als Werbe- als als Informationsveranstaltung bezeichnet werden.
Es ist wirklich erschreckend, wie versucht wird bei SchülerInnen durch einseitiger Informationspolitik eine Akzeptanz dieses Gebührensystems und der damit verbundenen extremen Selektivität, zu erreichen und es ist eine Schande, dass sich das Woeste-Gymnasium für diese Propaganda instrumentalisieren lässt. Hoffentlich verhalten sich andere Schulen verantwortungsbewusster in dieser Frage und hoffentlich merken die SchülerInnen den Betrug, auch wenn kritisches Denken in Hemer nicht auf dem Lehrplan zu stehen scheint.


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